Wer die Macht übernehmen will, muss auf Kultur und Denkweisen Einfluss nehmen. Muss die Deutungshoheit darüber erlangen, wie über Geschichte und gesellschaftliches Zusammenleben gesprochen wird. Das wissen rechte Akteure und handeln dementsprechend auch in der Kulturpolitik: Sie setzen sich für drastische Förderkürzungen ein, lancieren parlamentarische Anfragen, Boykottaufrufe, Hassmails, Doxing und koordinierte Medienkampagnen. Begriffe wie Neutralität und Kunstfreiheit werden strategisch umgedeutet, um Institutionen unter Druck zu setzen.
Die Veranstaltungsreihe Mapping the Right nimmt den Wahlherbst 2026 zum Anlass, diese Entwicklung in den Blick zu nehmen. Wie wird Kulturpolitik zum Instrument der Faschisierung? Gemeinsam mit Kulturakteur*innen aus Regionen mit viel Zuspruch für rechtsextreme Narrative, kartiert Mapping the Right versuchte und erwirkte Eingriffe in Institutionen, Verbände und Initiativen bis hinein in staatliche Strukturen. So entsteht ein Archiv, das der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt werden kann. Mapping the Right sucht nach solidarischer Vernetzung mit denjenigen, deren Arbeit schon heute von demokratiefeindlichen Kräften bedroht wird, so wie esmorgen schon Normalität sein könnte.